Zielkontrollspiegel

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einer Möglichkeit das tatsächliche Zielbild der Sportler während der Schussabgabe zu überprüfen. 

Diese Kontrollmöglichkeit wird oft sträflich unterschätzt. Insbesondere in der Ausbildung/im Training von Anfängern, aber auch beim wiederholten Überprüfen von Sportlern im fortgeschrittenen Status kann es hilfreich sein, wenn der Trainer das tatsächliche Zielbild bei der Schussabgabe beobachten kann.  

Grundsätze

Selbst, wenn der Sportler sowohl im Grundlagentraining, als auch im Komplextraining ausreichende oder auch ausgezeichnete Ergebnisse erbringt, kann er stets das gleiche falsche Zielbild haben. Das kann durch entsprechendes Anschießen korrigiert sein und sehr lange unentdeckt bleiben. Das kann einer der Gründe sein, wodurch unerklärliche Fehlschüsse, meist im Wettkampf, auftreten. Diese treten meist erst dann auf, wenn die Umstände „ungünstig“ werden. Diese Umstände können z.B. neue bzw. andere Lichtverhältnisse oder auch neue Standverhältnisse sein. Dann wirkt sich das falsche Zielbild so potenzierend aus, dass der Sportler, ohne es zu bemerken, einen entsprechenden Fehlschuss produziert, weil seine üblichen „Korrekturen“ nicht mehr greifen.

Zielkontrollspiegel

Der sogenannte Zielkontrollspiegel ist eine Möglichkeit das tatsächliche Zielbild der Sportler während der Schussabgabe zu überprüfen. Das tatsächliche Zielbild während der Schussabgabe wird Abkommen genannt. Selbst moderne Schießsimulatoren, wie sie z.B. beim Militär oder der Polizei genutzt werden, bieten nicht die Möglichkeit das Zielbild während der Schussabgabe zu überprüfen. 

Der Zielkontrollspiegel ermöglicht es dem Sportler normal zu Zielen und dem Trainer dabei das Zielbild des Sportlers sozusagen „live“ zu beobachten. Dabei kommt keine aufwendige Technik zum Einsatz.

Im Zielkontrollspiegel ist dafür ein durchsichtiges Glas im Winkel von 45° zur Blickrichtung des Sportlers sowie des Trainers angebracht. Der Spiegeleffekt für den Trainer wird über einen schwarzen Hintergrund erreicht. Der Sportler verfügt über den direkten Blick durch seine Visiereinrichtung.

Dazu wird der Zielkontrollspiegel hinter dem Diopter, vor dem Auge des Sportlers angebracht. 

Leider existieren, so weit mir bekannt, bisher keine Zielkontrollspiegel für die üblichen sportlichen Diopter. Dies betrifft auch die beim Biathlon verwendeten. 

Die Bilder zeigen die Funktionsweise sowie einen Zielkontrollspiegel der ehemaligen NVA für Waffen der Kalashnikovfamilie. Auch die Bundeswehr hat für das Gewehr G3 in der Ausbildung solche Zielkontrollspiegel genutzt. Die Nutzung bei mechanischen Visiereinrichtungen (wie bei den Biathlondioptern) ist besonders im Hinblick auf das Erkennen und Abstellen von Zielfehlern ein bewährtes, Erfolg versprechendes Hilfsmittel. 

Sonstiges

Es bleibt zu hoffen, dass es möglichst bald einen Hersteller von entsprechenden Visiereinrichtungen gibt, welcher solch einen Zielkontrollspiegel für die vorhandenen Diopter adaptiert, um das Training der Nachwuchssportler weiter zu optimieren.