Mit diesem Beitrag möchte ich über meine Teilnahme am 8th Annual Memorial 3 Gun Competition berichten und die Memorial Valor Foundation [1] sowie ihr eindrucksvolles Wirken auch im deutschen Sprachraum weiter bekannt machen. Ich bitte um Nachsicht, wenn ich nicht alle Aspekte beleuchtet haben sollte. Es handelte sich um meine fünfte Teilnahme in Folge an dieser Veranstaltung.
Die Teilnahme am Wettkampf muss man sich grundsätzlich im April des Jahres der Durchführung des Wettkampfes über eine vorher bekannt gegebene online Registrierung sichern. In diesem Jahr (2025) waren die Plätze wiederum nicht innerhalb weniger Minuten, sondern Sekunden, vergeben. Ich hatte diesmal das Glück mich nicht dieser mentalen Belastung aussetzen zu müssen, da ich eine Einladung zur Vorregistrierung erhalten hatte, welche ich natürlich dankend angenommen hatte.
Der Wettkampf fand dieses Jahr vom 10. – 12. Oktober wieder am Ausbildungsgelände der Gryphon Group [2] statt. Am 9. Oktober konnte man sich bereits vor Ort registrieren und die verschiedenen Schießübungen (Stages genannt) besichtigen.
Jede Stage ist einem von zehn ausgewählten gefallenen bzw. verstorbenen Kameraden gewidmet. Diese Auswahl erfolgt jedes Jahr von Neuem nach einem festgelegten Verfahren. Die Stages verfügen alle über ein Plakat welches den jeweiligen Kameraden würdigt. Vor der Absolvierung der jeweiligen Stage wird dem Leben und Wirken des Kameraden gedacht und eine Schweigeminute eingelegt. Jeder Teilnehmer unterschreibt auf dem Stageplakat. So wird das Gedenken auch personalisiert und jeder Teilnehmer wird daran erinnert wofür der Wettkampf stattfindet.
Danach folgt das Stagebriefing (Einweisung in die Übung) und die Übung wird nach dem Prinzip Treffer pro Zeit nacheinander durch die Teilnehmer absolviert. Die Teilnehmer sind dabei in so genannten Squads organisiert und durchlaufen so den Wettkampf gemeinsam. Dieses Vorgehen entspricht dem beim IPSC-Schießen.
Die Stages sind äußerst herausfordernd. Sie erfordern meistens den Einsatz sowohl der Pistole, als auch des Gewehres und der Flinte. Dabei kann jeder Teilnehmer allerdings selbst festlegen, wie er die Stage absolviert. Es gibt Vorgaben, mit welchen Waffen, welche Ziele beschossen werden dürfen. Es gibt auf allen Stages eine Zeitbegrenzung, welche sich je nach Fähigkeiten und Vorlieben der Teilnehmer als großzügig oder auch äußerst eng darstellt.
Highlights der diesjährigen Stages waren wieder das Schießen aus einer ehemaligen Verkehrsmaschine, von einem gezogenen Trailer, mehrere bewegliche Ziele auf weite Entfernung, eine weitere Anzahl an weiter entfernten Zielen, die allseits beliebten Spinner (für Gewehr, Pistole und Flinte), das Schießen aus äußerst unstabilen Anschlägen sowie, für mich wieder besonders herausfordernd, die pure Flinten Stage.
In diesem Jahr kamen die Witterungsbedingungen als zusätzliche Herausforderung hinzu. Für mich das erste Mal, das ich North Carolina im Oktober mit Starkregen und Wind erlebte. Ich erinnere mich rege an ein Plate-Rack in Gewehrentfernung, welches ich praktisch nur nach Gehör beschießen konnte, da das Nasse in rauen Menge direkt von vorn kam und ich gar keine Chance auf irgendeine Sicht hatte.
Auch Meine diesjährige Squad war wieder gemischt zusammengesetzt. Die Teilnehmer reichten von erstmaliger Teilnahme an einem 3 Gun Wettkampf bis hin zum Profischützen. In der Squad wurde sich wieder gegenseitig ohne Vorbehalte unterstützt und alle Erfahrungen ausgetauscht.
Ich selbst fand mich mit den komplexen Schießübungen wieder etwas besser zurecht als bei der letztjährigen Teilnahme. Ich konnte mir jeweils eigene Stagepläne machen und auch umsetzen. Natürlich haben nicht alle Stagepläne funktioniert. Dennoch bin ich sehr zufrieden mit dem Verlauf für mich. Ich habe für mich selbst, als auch für die Ausbildung und das Training wieder viele neue Elemente mitnehmen können.
An alle RO’s – Ihr habt herausragende Arbeit abgeliefert, immer kameradschaftlich, hilfreich und äußerst professionell unabhängig von der aktuellen Lage! Ich bin jedes Jahr wieder und immer mehr von Eurer Arbeit begeistert!
Die wichtigste Erfahrung der Tage in North Carolina war allerdings wieder die Zugehörigkeit zu einer großen Familie welche für Werte steht, diese vertritt und im Notfall auch dafür konsequent einsteht. Dabei wird sich gegenseitig vorbehaltlos unterstützt. Die vielen freiwilligen Helfer, alle aus den Spezialkräften, ehemalige Angehörige der Spezialkräfte, Angehörige von Sicherheitsbehörden und auch Sportschützen zeigte das wieder äußerst eindrucksvoll.
Neben den offiziellen Stages, welche den Wettkampf darstellen, finden so genannte Side Stages statt. Diese sind meist von unterstützenden Firmen durchgeführt. Auch verbundene Vereine bieten Side Stages an. Hierfür kann man Tickets kaufen. Auf allen Side Stages gibt es etwas zu gewinnen. Die Einnahmen der Side Stages kommen den Familien der Kameraden welchen in diesem Jahr gedacht wird zu gute.
Die Side Stages werden durch eine Verlosung zur Teilnahme an der Little Bird Stage ergänzt.
Die so genannte Zeremonie am späten Sonntag Nachmittag ist viel mehr als nur eine pure Siegerehrung. Viel wichtigerer Bestandteil ist das so genannte Memorial. Dabei kommen die Angehörigen und Freunde der Kameraden, an welche in diesem Jahr gedacht wird, auf die Bühne und berichten von Ihren Liebsten, welche sie verloren haben. Das ist zehn mal ein sehr berührender Moment. Alle Familien brachten dabei auch ihre Dankbarkeit für die Unterstützung durch die Foundation zum Ausdruck und dass die erlebten Tage der Veranstaltung ihnen wieder ein Stück weit helfen konnten.
Danach folgt die Siegerehrung in allen Klassen des Wettkampfes und für die Side Stages. Dabei werden dann auch noch einmal die Unterstützer der Foundation und des Wettkampfes geehrt.
Bei der Memorial Valor Foundation handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, welche von Angehörigen der U.S. Special Forces gegründet wurde, um Ihren gefallenen oder auch verunglückten Kameraden zu Gedenken sowie deren Familien zu unterstützen. Im direkten Zusammenhang mit der U.S. amerikanischen Kultur des dynamischen Großkaliberschießsportes werden im Rahmen eines jährlichen 3 Gun Matches die zivile Schießsportwelt, die Soldaten sowie Sponsoren bzw. Donors zusammengebracht.
Darüber hinaus werden die Familien der jeweiligen Honories eingeladen, um die Unterstützung der Angehörigen der Streitkräfte, als auch der Sportschützen persönlich erfahren zu können.
Es werden Finanzmittel durch verschiedenste Maßnahmen (also nicht nur im Rahmen des Wettkampfes) gesammelt, um Projekte für die betroffenen Familien umsetzen zu können. Eine Bitte an den Leser – ziehen auch Sie eine Unterstützung des Vereins in Betracht. Alle notwendigen Informationen sind unter [1] zu finden.
An dieser Stelle möchte ich den Verein zitieren:
Our mission is to remember, honor, and memorialize fallen Special Operations soldiers through the world of competitive shooting. We want the families to know they are not alone during and after this tragic time. During our competition, we share stories and remember who these heroes were and the life they led. Every person who competes walks away with a sense of who each of these men were. All proceeds for our events go directly to the families of the fallen soldiers we are honoring at the event. We will never forget and not let anyone else forget, the ultimate sacrifice these brave men made for this country.
Ich bin Erik, Bryce, Jordan und all den anderen sehr dankbar dieser Familie besonderer Menschen angehören zu dürfen, welche alles für Ihr Land geben, damit andere sicher leben können. Insbesondere die Memorial Ceremony hat mich erneut tief berührt und mir noch einmal deutlich gemacht, wofür die Veranstaltung steht. An dieser Stelle bin ich auch stolz darauf, den betroffenen Familien meinen Unterstützung gezeigt zu haben.
Ich werde diese Form der Erinnerung und Unterstützung der Familien im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter unterstützen so gut ich kann.
Ich würde mich natürlich freuen, wenn ich durch meinen Beitrag weitere Sponsoren aufmerksam machen könnte.
Vielleicht gelingt es ja sogar eines Tages eine ähnliche Form der Erinnerung in Deutschland etablieren zu können.
Einen ganz besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle auch wieder an Robert richten, welcher mich auch bei dieser Teilnahme wieder vorbehaltlos in allen Belangen unterstützt hat! Ich hoffe ich kann mich bei jeder weiteren Teilnahme noch mehr emanzipieren! Danke Dir Robert, dass werde ich nie vergessen und hoffe eines Tages eine Möglichkeit zu haben Dir etwas zurück geben zu können!
[1] https://www.memorialvalor.com/, Abruf 15.05.2026
[2] https://www.ravenadvisory.com/, Abruf 28.10.2022